Über 70 Hersteller haben rund 230 x86-Systeme auf der Basis von Intels neuer Dual- und Quadcore-Prozessorserie Xeon5500 („Nehalem“) vorgestellt. Die Serverhersteller versprechen, durch die Stromsparfunktionen der CPU könnte der Käufer Kosten sparen. In der Bereitstellung dieses Pluspunktes unterscheiden sich die Angebote aber erheblich.
Im Vergleich zum Vorgänger Xeon 5400 ist die Bandbreite des Xeon 5500 um das 3,5-Fache größer, durch Hyperthreading werden acht Threads von vier Kernen parallel verarbeitet. Trotz dieser erhöhten Leistung soll der Energieverbrauch der CPU nach Angaben von Patrick Gelsinger, Intels Chef der Digital Enterprise Group, gleich geblieben sein. Eine Turbofunktion passt die Taktfrequenzen und somit den Stromverbrauch einzelner Kerne dem jeweiligen Workload an.
Dieses Potential schöpfen die Modelle der neuen Servergeneration, die die Marktführer vorgestellt haben, unterschiedlich aus. Ob Datenbankhersteller dieses Funktionen explizit ausnutzen werden, ist noch nicht bekannt. IBM sieht ein Energiesparpotential von bis zu 25 Prozent für seine Servermodelle System x3550 M2 und x3650 M2 im Betrieb und bis zu 60 Prozent im Leerlauf. HP will den Stromverbrauch seiner G6-Server ebenfalls halbieren. Angesichts von Einstiegspreisen zwischen 800 und 2000 Euro sollte man es sich überlegen, zu welchem Modell man greift. Als Knackpunkt erweist sich die System- und Energieverwaltung.
Sowohl HPs, IBMs als auch Dells PowerEdge-G11-Server haben jetzt Systemverwaltungsintelligenz eingebaut. Doch diese Intelligenz wird unterschiedlich eingesetzt. HPs G6-Server verfügen über eine „Sea of Sensors“ von 32 Sensoren, die auf dem Board an strategischen Punkten wie Hard Disk, Systemspeicher oder Prozessor die Wärmeentwicklung messen. Über Algorithmen werden die sechs Lüfter des Boards für die optimale Kühlung hoch- oder runtergefahren. Die anderen Hersteller ließen die Lüfter hingegen weiterhin auf Maximalleistung laufen, so HP. Positiver Nebeneffekt: Die Server werden leiser.
IBM will hier mit „thermal optimiertem Design, neuen Spannungsreglern und einer höheren Integration auf dem Board“ punkten, „um die Energieverteilung zu vereinfachen und Energieverluste zu reduzieren“. Die Verwaltung mit dem neuen IBM Systems Director 6.1 führe zudem zu Kosteneinsparungen von bis zu 34,5 Prozent auf Windows-Servern, bei Linux-Servern sogar bis zu 43,8 Prozent. Dazu gehört aber auch das Management der Virtualisierung.
HP geht noch weiter. Mit dem Dynamic Power Capping lässt sich der Stromverbrauch jedes Servers berechnen und deckeln, außer natürlich auf geschäftskritischen Anwendungen wie etwa Datenbanken und ERP-Systemen. Bei Dells PowerEdge-Servern beinhalten die Optimierungen effizientere Netzteile und ein verbessertes Energie- und Wärmemanagement. Sie sollen zu einer um 48 Watt reduzierten Leistungsaufnahme im Vergleich zur vorhergehenden PowerEdge-Gerätegeneration führen.
Nun müssen nur noch die Betriebssysteme dieses Potential nutzen. Auf Windows 7 müssen die Nutzer noch mindestens ein halbes Jahr warten, doch Solaris 10 und OpenSolaris 10 sind bereits für den Xeon 5500 aktualisiert worden. „Mit dem Power Aware Dispatcher steht ein Werkzeug zur Verfügung, das den Energiebedarf des Systems der tatsächlichen Arbeitslast anpasst“, so Sun. Und Intels PowerTOP-Technik greife auf den Solaris-Dienst DTrace zu, um den Energieverbrauch des Systems zu optimieren. Erst am 14. April will Sun eigene Systeme vorstellen
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Mit Zusatzleistungen wollen die Hersteller ihre neuen Serverprunkstücke auch dem Mittelstand schmackhaft machen. So bietet HP ein Null-Prozent-Leasing für 30 Monate an. Um die Virtualisierung zu vereinfachen, bietet Dell jetzt ImageDirect an, eine Online-Lösung, die Unternehmen die sichere Erstellung und Verwaltung virtueller und physischer Images auf den Dell-Servern ermöglicht. Zeitintensive manuelle Vor-Ort-Konfigurationen sollen damit überflüssig werden.
Fazit: Die eigentliche Wirtschaftlichkeit in der Nutzung der neuen Servern erweist sich in deren intelligenter Systemverwaltung und in den Rahmenbedingungen für ihren Einsatz. (Michael Matzer)
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