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Auf ihrer diesjährigen Anwenderkonferenz Lotusphere stellte IBM weniger einzelne Produktankündigungen in den Vordergrund, sondern präsentierte ein umfassendes Collaboration-Konzept. Dem neuen Lotus-Chef Alistair Rennie zufolge ist dieses " Vulcan" genannte Projekt kein Produkt, sondern vielmehr eine Blaupause für die Zukunft der Zusammenarbeit.

Die Idee, Funktionen zur Zusammenarbeit in den Kontext von Business-Anwendungen zu stellen, verfolgt IBM schon seit gut zehn Jahren und soll auch das Projekt Vulcan bestimmen. Allerdings gehen die Pläne weit über frühere Umsetzungen hinaus, etwa das Einbetten von Online-Status und Chat in Drittanwendungen. Vielmehr schwebt den Lotus-Verantwortlichen vor, dass ihre Tools den richtigen thematischen, sozialen und geographischen Kontext für den Benutzer herstellen und ihm so die passenden Informationen liefern.

Konkret hieße das, dass die inhaltlich zu einem Arbeitsvorgang passenden Informationen einerseits durch Analysefunktionen ermittelt werden. Über Social Software wie "Lotus Conections" können zusätzlich soziale Zusammenhänge hergestellt werden, beispielsweise Experten zum Thema ausfindig gemacht oder in Social Bookmarks hinterlegte Web-Seiten einbezogen werden. Darüber hinaus kennt Client-Software auf Smartphones den Standort des Benutzers und kann diesen als zusätzliches Filterkriterium berücksichtigen.

Um dem Anspruch von Vulcan gerecht zu werden, müssen die Anwendungen aus dem Lotus-Portfolio besser integriert werden. Insofern macht das neue Projekt aus der Not eine Tugend, indem es die angestrebte Synchronisierung von Release-Zyklen erreichen will. Die zusätzlich erforderlichen Verbindungsstücke bieten gleichzeitig die Möglichkeit, Software beliebiger Drittanbieter zu integrieren.

Neben der schon in der Vergangenheit praktizierten Integration von unternehmensinternen Anwendungen und Daten kommt nun jene mit Cloud-Anwendungen hinzu. Dienste von LotusLive sollen mit firmenintern betriebener Software zu hybriden Anwendungen kombiniert werden.

Weitere Produktankündigungen auf der Lotusphere im Überblick:

· LotusLive Labs: IBM möchte Ergebnisse aus seinen Forschungseinrichtungen über diesen Weg möglichst schnell in seinen Cloud-Service einfließen lassen. Zu den neuen Funktionen zählt eine Folienbibliothek für Präsentationen, automatisch erstellte Transkriptionen von aufgezeichneten Meetings, oder "Composer", mit dem sich Mashups aus LotusLive-Dienste bauen lassen.

· Client-Software für Android: IBM entwickelt "Lotus Traveler" für Smartphones, die unter Googles Betriebssysten "Android" in der Version 2.0 oder 2.1 laufen. Es bietet Unterstützung für Mail, Kalander und Adressverwaltung.

· Sichere Mail für das iPhone: Der "Lotus Traveler Companion" erlaubt es iPhone-Nutzern, mit Notes verschlüsselte Mails zu lesen.

· Blackberry: IBM kündigte einen Client für "Lotus Quickr" und eine neue Version des Clients für Lotus Connections an. Damit kann auch von unterwegs auf Dokumente im Unternehmen zugegriffen werden.

· Project Concord: Dahinter verbirgt sich ein Web-Editor, der es mehreren Autoren erlaubt, gleichzeitig an einem Dokument zu arbeiten. Die Software soll im zweiten Quartal auf LotusLive verfügbar sein.

Die Konferenz fand vom 17. bis 21. Januar in Orlando/Florida statt und wurde dieses Jahr von rund 4.500 Teilnehmern besucht. (Wolfgang Sommergut/ef)

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