Ende November stellte Microsoft seine Cloud Computing-Plattform Windows Azure
der Öffentlichkeit vor. In Stuttgart fanden sich zahlreiche Unternehmenskunden ein, die herausfinden wollten, was es mit Azure und den Microsoft Online Services
auf sich hat. Microsoft-Partner wie Höltl Retail Solutions zeigten anschaulich, wie sich eine Azure-Anwendung mit Silverlight-Oberfläche an einem Kassensystem nutzen lässt. Entwickler erfuhren, wie sie vorhandene Anwendungen migrieren, mit der Azure-Architektur integrieren oder dafür neu erstellen können.
„Wir erhoffen uns, dass wir in einem Jahr mindestens 250 Partner für Azure gewinnen können“, erklärte Tim Fischer (Foto), Microsofts Plattform Marketing Manager für Azure und Online Services. Die Apps und Services kann man über den Webshop Pinpoint
kaufen und testen. Die Nutzung von Azure Services ist bis 31.1.2010 kostenlos, danach kommen insbesondere Unternehmensgründer für acht Monate in den Genuss dieser Gratis-Nutzung, alle anderen können sich jedoch 25 Gratisstunden lang mit Azure verlustieren.
Für Lösungspartner ist die Azure Plattform insofern interessant, als diese nicht nur Infrastruktur as a Service, sondern auch Platform as a Service und Software as a Service anbietet, alles aus einer Hand. Datenbankentwickler nutzen SQL Azure, eine modifizierte Form des SQL Server 2008, die, wie Fischer erläutert, „besonders für Scale-out-Architekturen ausgelegt ist“. So lassen sich in der Table-Storage und in Blobs enorme Mengen unstrukturierter Daten ablegen und mit Metadaten versehen, was bei einer schematisierten Datenbank mit hohem Aufwand verbunden wäre. Die Migration und Interoperabilität bestehender Anwendungen erleichtere Windows Azure durch sogenannte Accelerators für verschiedene Sprachen, darunter PHP, Rub und Java.
Im November hat Microsoft seine zwei europäischen Azure-Rechenzentren in Betrieb genommen. Die Nutzungsdaten werden von Dublin auf Amsterdam gespiegelt, so dass die Servicequalität der Verfügbarkeit stets gewährleistet sei, so Fischer. (Michael Matzer)
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