Viele große IT-Unternehmen haben sich in den vergangenen Monaten dem Thema Cloud Compting zugewendet. Über die Strategien von Microsoft in diesem Bereich sprach die database pro mit Garth Fort, General Manager of System Center & Virtualization, Microsoft Corporation.
database pro: Cloud Computing
wird als zukünftiges Modell für IT-Betriebsszenarien betrachtet. Welche Strategie verfolgt Microsoft
dabei?
Garth Fort: Microsoft
ist bereits seit Jahren mit MSN
und Windows Live
erfolgreich in dem Markt vertreten. Auch Exchange
und SharePoint
sind als Cloud-Angebote zu beziehen. Durch SQL Azure
machen wir Datenbanktechnik für die Cloud verfügbar. Mit Windows Azure
sorgen wir schließlich für die notwendigen Plattform-Dienste. Desweiteren integrieren wir nun die Entwicklung von Azure
mit dem Windows Server
. Die Entwicklungszyklen von Online-Code sind bedeutend kürzer und schneller als bei der traditionellen Entwicklung für den Windows Server
. Durch die Zusammenfassung der beiden Bereiche wird Windows um Online-Funktionen angereichert. Die Erfahrungen mit Azure werden in Zukunft in die Windows- Betriebssysteme einfließen. Die Windows-Server-Betriebssysteme lassen sich damit schneller an die Anforderungen und den Markt anpassen.
database pro:
Die Grundlage für das Cloud Computing wird in der Virtualisierung gesehen. Welche Position nimmt Microsoft hierbei heute ein?
Garth Fort:
Für Microsoft war immer der umfassende Ansatz wichtig. Wir betrachten die Virtualisierung nicht alleine aus dem Blickwinkel der Server oder Desktops. Stattdessen haben wir in den vergangen fünf Jahren unser gesamtes Portfolio konsequent in Richtung Virtualisierung erweitert. Diese betrifft die Servervirtualisierung mit dem Hyper-V
, die Desktopvirtualisierung durch MED-V und VDI, die Virtualisierung der Applikationen mittels APP-V und unsere Remote Desktop Services
. Mit diesen vier Varianten zur Virtualisierung bietet Microsoft heute einen umfassenderen Ansatz als alle Wettbewerber. Daneben war uns aber immer auch die Verwaltung von virtuellen Infrastrukturen wichtig, denn Virtualisierung ohne leistungsfähige Hilfen zu dessen Verwaltung schafft einen Wildwuchs. Mit System Center und dessen Bausteinen liefert Microsoft heute eine umfassende Verwaltungsplattform für die VMware Infrastructure, Linux-Systeme, unterschiedliche Hardwareplattformen und natürlich unsere eigenen Virtualisierungssysteme.
database pro:
Zur Verwaltung virtueller Infrastrukturen hat Microsoft System Center. Reichen dessen Funktionen aber für die zunehmende Dynamik von virtuellen Infrastrukturen aus?
Garth Fort:
Die Bausteine von System Center decken bereits heute den gesamten Lebenszyklus von Server und Desktops ab. Dieser beginnt mit der Planung der Kapazitäten, setzt sich fort im Deployment und Rollout von Betriebssystem und Anwendung, dem Monitoring, der Optimierung des IT-Betriebs und schließlich der Sicherung der Daten und Systeme. Dabei muss der Verwalter oftmals noch von Hand eingreifen. Dies verzögert die Prozesse und kann zu Fehlern führen. In Zukunft werden wir diese Prozesse daher weiter automatisieren. Durch eine weitere Integration der Verwaltungsfunktionen sorgen wir für noch schneller Prozesse und automatisierte Abläufe.
database pro:
Dies führt zu weiteren Automatismen im Data Center – und bezüglich der Cloud?
Garth Fort:
Der Einsatz von System Center ist nicht auf das interne Data Center begrenzt. Es kann ebenso die public Cloud mit einbeziehen. Dazu erweitern wir die System Center-Bausteine. Für den Virtual Machine Manager
, unserem Tool zur Verwaltung virtueller Strukturen, spielt es dann keine Rolle, an welchem Fleck die Server stehen. Schon heute integrieren wir beispielsweise die Virtual Infrastructure
von VMware erfolgreich in die Verwaltung des System Center. Der Data Protection Manager
unterstützt bei der Sicherung von virtuellen Strukturen. Als Medien kommen heute Platten und Bänder zum Einsatz. Durch den Verzicht auf Agenten in den gesicherten Systemen kann auch die Sicherung von außen, beispielweise der Cloud angestoßen werden. Das kommende Release des Hyper-V erlaubt auch die Live Migration von virtuelle Maschinen zwischen zwei Standorten in der Cloud.
database pro:
Ist das nicht Zukunftsmusik? Wann sollen die Erneuerungen denn verfügbar sein?
Garth Fort:
Die Zukunft beginnt jetzt! Die Öffnung von System Center für die Web-Nutzung ist bereits verfügbar. Durch das Dynamic Datacenter Toolkit
werden Verwaltungsfunktionen, die ein Cloud-Nutzer benötigt, über das Internet zugreifbar. So kann beispielsweise der Nutzer eines Cloud-Dienstes virtuelle Maschinen selbständig verwalten, überwachen oder sichern. Die Grundlagen dazu werden durch System Center und dessen Funktionen gebildet. Für System Center spielt es in Zukunft keine Rolle mehr, ob es sich bei den zu verwaltenden Geräten um jene in der private Cloud oder einer public Cloud handelt. Zum Umfang der gebotenen Hilfen des Toolkits gehören Planungstools, Managementhilfen und Überwachungsfunktionen für die virtuelle Infrastruktur.
Das Gespräch wurde von Johann Baumeister geführt. (Johann Baumeister/am)
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