In den Labors von Hewlett Packard wird an einer neuen Technologie gearbeitet, die die IT-Landschaft grundlegend verändern wird. Die Memristoren sind Speicher-Chips in Nano-Größe.
Seine Kollegen bei HP stellen ihn als „Fast Nobelpreis-Träger“ vor. Und wenn Stanley Williams
(Foto)
, Direktor von HPs Information und Quantum System Lab
, seine Pläne wie gewünscht realisiert, ist ihm der Preis des Schwedischen Nobelpreiskomitees wohl kaum zu nehmen. Er arbeitet derzeit an den sogenannten Memristoren (Abkürzung für Memory Resistor). Das ist eine neue Speichertechnologie, die die Grenzen des bisher Bekannten sprengt. Der Hauptvorteil: Die Informationen auf Memristor-Chips sind nicht flüchtig: „Das bedeutet, man kann einen Computer ein- und ausschalten wie eine Glühbirne. Hoch- und Herunterfahren fällt völlig weg“, erklärt Williams. Und es gibt weitere Vorteile: Die Memristor-Chips haben eine Größe von gerade einmal fünf Nanometern, das entspricht etwa einem Zuckermolekül. Sie können beliebig über- und nebeneinander gestapelt werden: „Auf einem Quadratzentimeter Chip können wir so bald bis zu zehn Terabyte Daten unterbringen“, hofft Williams.
Marktreife in drei Jahren
Der Energieverbrauch wäre dabei deutlich geringer als bei den heute verfügbaren Prozessoren. Dabei sieht er die praktischen Hindernisse als gering an. Schon in drei Jahren sollen die Memristoren marktreif sein: „Die bestehenden Chip-Fabriken müssen nicht umgerüstet werden. Die Produktion ist sogar einfacher und kostengünstiger als die der jetzt existierenden Chips“, erklärt Williams. Während die bisherigen Speichertechnologien, auch Solid State Disks, aber nun an ihre Grenzen stoßen, eröffnen sich mit den Memristoren neue Horizonte. (Dr. Jakob Jung/ef)
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