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mac-developer:  Herr Pagano, wie läuft ein iPhone-Praktikum an der TU München ab?

Dennis Pagano: Im iPhone-Praktikum entwickeln studentische Teams echte Apps für echte Kunden. Zu Beginn des Semesters kommen dazu alle Firmen zu einem Kickoff-Event an die TU und stellen den Studenten die Projekte vor, die sie gerne auf dem iPhone oder auf dem iPad realisiert haben wollen. Die Studenten wählen im Anschluss ihr Wunschprojekt und bilden auf diese Weise Teams zwischen vier und sechs Teilnehmern. Dabei sind die Projekte verschiedener Natur: Einige Anwendungen sind Neuentwicklungen, andere so genannte Interface Engineering Projekte, bei denen eine iPhone-Oberfläche für eine existierende Anwendung umgesetzt wird, wie beispielsweise für einen Webservice.
Im Verlauf des Projekts ermitteln die Studenten gemeinsam mit den Firmen die genauen Anforderungen an das System, entwickeln Modelle und gestalten Prototypen. Die Teilnehmer sind in ständigem Kontakt mit ihrem Kunden und stellen so sicher, dass sie auf dem richtigen Weg sind. Die Studenten sammeln während dieses Praktikums echte Team- und Projekterfahrungen und haben eine echte Deadline: Am Ende des Semesters müssen sie die mit dem Kunden vereinbarten Funktionalitäten in der von ihnen entwickelten App im Kundenakzeptanztest demonstrieren.

mac-developer:  Wie hat sich das iPhone-Praktikum während der letzten drei Jahre entwickelt?

Pagano:  Wir beobachten vor allem eine steigende Attraktivität des Themas und die hiermit zunehmende Nachfrage seitens der Studenten. Daneben bewerben sich immer mehr Unternehmen für das iPhone-Praktikum. Zudem bringen mittlerweile immer mehr Studenten erste Erfahrungen in Sachen iPhone-Entwicklung mit. Einige beschäftigen sich sogar schon während ihres Studiums mit dem Aufbau einer eigenen Firma zur Entwicklung von iPhone-Apps und kommen in das Praktikum, um ihre Erfahrung zu vertiefen und Kontakte zu knüpfen.

mac-developer:  Welche Projekte stehen in diesem Jahr an und wie gestalten sich diese?

Dennis Pagano:  Es gibt eine interessante Mischung von iPhone- und iPad-Applikationen und deutlich ausgearbeiteten Projektvorstellungen und Aufgabenstellungen, die den Studenten eine grüne Wiese bieten. Zunächst müssen die Studenten herauszufinden, was der Kunde möchte - das ist oftmals eine erste Hürde, da die richtige Kommunikation mit dem Kunden gefragt ist. Hier ist permanentes Feedback gefragt. Daneben muss ein besonderes Augenmerk auf die Usability gelegt werden, weshalb unsere Studenten im iPhone-Praktikum Usability-Tests durchführen müssen. In weiteren Phasen werden die Problemdomäne und das System entwickelt, womit man der Lösung immer näher kommt. Wir setzen hierbei agile Vorgehensmodelle wie Scrum ein und bieten sämtliche Lerninhalte als Videos an.
Wegen permanenter Änderungen während des Projektes wollen wir relativ früh erste Demos der App sehen. Dieser Code muss im Laufe des Projekts überarbeitet und vielleicht sogar verworfen werden.
Dann werden die Funktionalitäten des Systems schrittweise implementiert und getestet. Auf diese Weise entwickeln die Studenten das vom Kunden gewünschte System.

mac-developer:  Wo lagen in diesem Jahr die Probleme und wie gehen Sie damit um?

Pagano: Probleme gehören in einer Ingenieursdisziplin zum Tagesgeschäft. Aber: Kreativität hilft beim Lösen auftretender Probleme, weshalb wir auf das Entwickeln von kreativen Lösungsansätzen großen Wert legen. Wenn Probleme mit einfachen Mitteln nicht lösbar sind, ist eine geschickte Ausweichstrategie gefragt. Das wichtigste Mittel, das die Studenten im iPhone-Praktikum hierfür lernen, ist Kommunikation und kontinuierliche Reflektion. Eine generelle, technische Herausforderung dieses Jahr war sicherlich die Umstellung auf iOS 4, aber wie sich zeigte, gestaltet sich diese Umstellung eher problemlos. Insgesamt arbeiten wir sehr professionell: Wenn ein Team die Erwartungen eines Kunden nicht erfüllt, reagiert dieser mit negativem Feedback, was für viele der Studenten ungewohnt ist. Daher soll das Praktikum auch zeigen, wie man negatives Feedback in Motivation umwandeln kann. [mjh/jp]

Über den Interviewpartner
Dennis Pagano ist seit 2008 Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Angewandte Softwaretechnik der Technischen Universität München. Sein Hauptinteresse gilt menschlichen Faktoren in der Softwareentwicklung, insbesondere Motivation und Lernen. Er beschäftigt sich dabei mit kontextsensitiver Software, die sich an das Verhalten ihrer Benutzer anpasst.

mac
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