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mac-developer:  Herr Deprez, ganz ehrlich: Wie bewerten Sie iAd?

Philipp Deprez : Leider stehen bislang nur wenige Details über iAd zur Verfügung, so dass ich eine Bewertung nur grob vornehmen kann. Klar ist, dass das Geschäft mit mobiler Werbung auf kostenlosen iPhone-Apps bislang an Apple vorbeilief. Es profitierten andere Player, wie etwa das Mobile-Advertising-Netzwerk Admob, das bald dem ärgsten Konkurrenten Google gehört. Apple hatte mit dem Kauf von Quattro Wireless vor rund vier Monaten bereits klare Signale an die Mobile-Advertising-Branche gesendet, das mobile Werbegeschäft mitbestimmen zu wollen – iAd ist da nur die logische Folge.

mac-developer:  Beschreitet Apple mit iAd einen ganz neuen Weg?

Deprez:  Das Prinzip eines Mobile-Advertising-Netzwerks ist ja nicht neu. Das Netzwerk dient als Vermittler zwischen Entwicklern und Werbekunden
und sorgt für Werbeplätze innerhalb einer App. Die Einnahmen werden dann im Verhältnis 60:40 (60 Prozent für den Entwickler, 40 für Apple) geteilt. Hier orientiert sich iAd am Wettbewerb, wenngleich größere Entwicklerstudios mit einer hohen Reichweite oft einen besseren Anteil erhalten.
Neu ist allerdings, dass iAd besser in die App integriert sein wird und interaktive Werbung sowie die Emotionalisierung von Werbung verbessern soll. Die von Apple präsentierte Funktionsweise von iAd-Werbebannern ist durchaus innovativ und macht einen guten Eindruck. Die Werbemittel lassen sich durch Klicken auf ein Banner einfach öffnen und sind ebenso leicht wieder zu schließen. Das erlaubt es den Nutzern, Werbung fast schon spielerisch auszuprobieren.
Zudem wird Apple mit iAd versuchen, zahlungskräftige Markenunternehmen zu akquirieren. Hier sehe ich aber das Problem, dass Premium-Kunden oftmals einzelne Titel buchen möchten – und nicht die Rotation eines Channels, wie zum Beispiel Entertainment oder Nachrichten.
Ob die Programmierung der iAds in HTML 5 ein besonderer Vorteil ist, müssen die Entwickler beurteilen. In Agenturkreisen ist jedoch zu hören, dass Steve Jobs’ notorische Ablehnung von Flash „einem Kindergarten gleichkommt“.

mac-developer: Wie bewerten Sie die Einnahmemöglichkeiten von iAd?

Deprez:  Die Hauptaufgabe von iAd wird in Marketing und Vertrieb der Werbeplätze liegen. Quattro Wireless hat aber in Europa einen zu schwachen Vertrieb, besonders in Deutschland muss der sogenannte Agenturvertrieb erst noch aufgebaut werden. Eventuell wird iAd aber auch von lokalen Agenturen mitvermarktet. Zumindest in Deutschland ist die Planbarkeit von Kampagnen und die Messbarkeit der Werbewirkung erforderlich, um die großen Markenunternehmen anzusprechen. Die Frage ist: Wie stellt Apple dies sicher? Hier sehe ich einige offene Punkte, die Apple noch klären muss. iAd kann es aber dank einer sauberen Integration in die App und des iPhone-Faktors gelingen, sich als attraktive Werbeplattform zu positionieren und höhere Werbebudgets anzuziehen.

mac-developer:  Wird sich Mobile Advertising dank iAd verändern?

Deprez: Apple ist die Kontrolle von iPhone-Werbung wichtig, damit die „Ad-Experience“ nicht die „iPhone-Experience“ und somit die Marke iPhone beschädigt. Bei anderen Geräteplattformen oder im Mobile Web ist das nicht vordergründig wichtig, daher lassen sich die Aussagen nicht auf die Apple-Konkurrenten übertragen. Insgesamt gehe ich dennoch davon aus, dass iAd starke Impulse setzen wird, da die Harmonisierung von Content und Werbung generell für die Werbeakzeptanz der Nutzer wichtig ist. [mjh/jp]

Über den Interviewpartner
Philipp Deprez arbeitet als freier Consultant und Researcher für das Mobile Business und verfügt über einen reichen Erfahrungsschatz aus Tätigkeiten bei Smaato, Tomorrow Focus, als Freelancer in Greater China und als Projektmanager der Commerzbank.

mac
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