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mac-developer: Wie ist es denn derzeit um die Vermarktung von iPhone-Apps bestellt?

Stefan Pahl: Momentan stehen App-Publisher vor einem großen Dilemma. Einerseits wollen sie mit ihren iPhone-Apps Geld verdienen, andererseits machen nur wenige App-Publisher relevante Umsätze. Für kleinere Entwicklerfirmen ist es nämlich sehr aufwendig, ihre Apps selbst zu vermarkten, da die Informationslandschaft stark fragmentiert ist. So gibt es beispielsweise eine ganze Reihe relevanter Blogs, die um die Aufmerksamkeit der Nutzer buhlen. Wenn App-Publisher versuchen, ihre App dort einzeln zu promoten, ist das sehr aufwendig. Gleichzeitig ist es sehr schwierig, in die vorderen Rankings des App Stores zu kommen, da es immer noch kein vernünftiges Category- und Store-Management gibt. Deshalb glauben wir, dass es einen Bedarf gibt für Werbung jenseits des App Stores. Hierzu müsste die heterogene iPhone-Welt (Blogs et cetera) aggregiert werden, die der App-Publisher als Multiplikator nutzen kann. Ein Distributionsnetzwerk für Apps also.

mac-developer: Wie kommt ein iPhone-Entwickler denn an dieses Netzwerk heran?

Pahl: Momentan gibt es unterschiedliche Möglichkeiten: Er greift zur klassischen Werbung, die natürlich nicht ganz billig ist. Zweitens bietet zum Beispiel Apprupt Mini-Stores, in denen sich Apps recht transparent vermarkten lassen. Und drittens wollen wir mit appkit diesen Markt bedienen. Das heißt, wir werden künftig die Möglichkeit bieten, neben der Visibilität bei appkit auch bei anderen Sites präsent zu sein, die sich unserem Netzwerk angeschlossen haben. Diese Partnersites werden mit Widgets versorgt, die bestimmten Content umfassen, also sponsored Apps, aber auch mit Anwendungen, die redaktionell gefeatured werden. Wir sind aber auch schon an einem weiteren Thema dran, das jedoch noch nicht spruchreif ist.

mac-developer: Also ist appkit eine Art Trigami für iPhone-Apps?

Pahl: Nein, das sind wir nicht. Wir wollen keine Blogs et cetera beeinflussen, sondern sehen uns eher als klassisches Partnernetzwerk, das näher am Kunden dran ist. Also einerseits an den App-Publishern und andererseits an den relevanten Webseiten, auf denen die Apps sichtbar werden. Und letztlich bieten wir genau die Tools dazu an, mit denen unsere Kunden klassisches Marketing betreiben können. Damit lassen sich recht zielgenau „Relevance Apps“ positionieren und vermarkten. Um es ganz klar zu sagen: Bei appkit gibt es keine gekauften Testberichte.

mac-developer: Was müsste Apple dafür tun, um iPhone-App-Publishern eine höhere Transparenz zu garantieren?

Pahl: Ich glaube gar nicht, dass Transparenz das Hauptinteresse seitens Apple ist. Denn eigentlich müsste sich Apple wie ein klassischer Shop-Betreiber noch stärker um eine Beteiligung der Publisher am Gesamterfolg des App Stores kümmern. Ein guter Anfang hierfür wäre zum Beispiel eine vernünftige Filterung der Apps. Denn selbst im deutschen Store sind etliche Skurrilitäten versammelt, die man keinem Anwender zumuten will. Die aktuellen Filterkriterien greifen also offensichtlich nicht oder sind einfach nicht nachvollziehbar. Also geht Apple von einem Markt aus, der sich selbst reguliert. Andererseits reguliert Apple selbst diesen Markt. So gab es ja beispielsweise die „Stern“-App, die wegen angeblicher semi-erotischer Inhalte verbannt wurde. Gleichzeitig gab und gibt es politisch und inhaltlich fragwürdige Apps, die erst nach einiger Zeit aus dem Verkehr gezogen wurden – wenn überhaupt. Das sind für mich die Gegensätze von Apple: Einerseits gibt es einen App Store – aber das Store-Management lässt sehr zu wünschen übrig. Und gleichzeitig setzen sie auf Content – aber eine redaktionelle Leistung oder Filterung erbringt Apple nicht wirklich. Genau aus diesem Grund hoffen wir, dass sich offene Standards und Webapplikationen gegenüber den nativen iPhone-Apps durchsetzen werden, damit die zentralistische Inhaltskontrolle zunehmend an Bedeutung verliert. [mjh/jp]

Über den Interviewpartner
Stefan Pahl ist Geschäftsführer der appkit GmbH und seit mehr als zehn Jahren in der Computer- und Internet-Branche tätig. Pahl war maßgeblich am Aufbau des T-Online Download Centers (Softwareload) beteiligt, in dem Software zum Download angeboten wird. Seit 2005 arbeitet er als Berater für Business Development, Produkt- und Projektmanagement. Zu seinen namhaften Kunden zählen unter anderem die Deutsche Telekom,MSN, O2,Web.de und Tomorrow Focus AG (Web und Mobile). Mit appkit will er vor allem kleineren Software-Firmen bei der Vermarktung ihrer iPhone-Apps helfen.

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