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mac-developer: Ilias, ihr habt ja Anfang dieses Jahres die OSXpert Limited gegründet. Was hat euch zu diesem wichtigen Schritt bewogen?

Ilias Vassilou: Ich bin schon seit 1992 eingefleischter Mac-User – den ersten Apple-Rechner habe ich damals bei Price Waterhouse ersteigert. Mir war besonders nach der Einführung von Mac OS X klar, dass der Markt eines Tages Business-Lösungen und -Services brauchen würde. 2005 habe ich dann damit begonnen, OSXpert.net auf- und auszubauen, und das mit wachsendem Erfolg. Dabei haben wir vor allem von Apples Umstieg auf die Intel-Prozessoren profitiert. Dies zog nämlich einen kontinuierlichen Zuwachs des Mac-Marktanteils nach sich, was zwangsläufig zu einer gesteigerten Nachfrage an Apple-affinen Fachleuten führte. Ich freue mich besonders, dass uns inzwischen sogar Apple für Stellenausschreibungen nutzt.

mac-developer: Habt ihr denn neben dem Vermitteln interessanter Jobs und Projekte weitere Standbeine?

Vassilou: Ja, die haben wir natürlich. So sind wir beispielsweise seit Anfang dieses Jahres weltweit einer von zwei Regional Master Partnern der international operierenden Firma Marketcircle, die weltweit Businessprodukte für den Mac vertreibt. Dazu gehören beispielsweise das CRM-System Daylite oder das Programm Billings für Zeiterfassung und Abrechnung. Wir kümmern uns im deutschsprachigen Raum um den Vertrieb und die Lokalisierung der Marketcircle-Produkte und um den Aufbau eines Partnernetzwerks. Weitere Dinge wie Marketing, Events und PR gehören auch dazu. So haben wir zum Beispiel sehr erfolgreich auf der Gründermesse Ignition 2009 unser Mac Business Forum durchgeführt, auf dem sich rund 1.600 Gründerinnen und Gründer über aktuelle Apple-Geräte und Businesslösungen für Mac OS X und iPhone informieren konnten.

mac-developer: Das klingt ja ziemlich busy. Habt ihr da überhaupt noch Zeit und Luft für andere Aktivitäten?

Vassilou: Ja, man mag es kaum glauben, die haben wir. So haben wir – bedingt durch die starke Nachfrage an iPhone-Apps – gemeinsam mit Alexander von Below und anderen Spezialisten der Branche ein eigenes Entwicklungslabel gegründet, das sich investFone Publishing nennt. Damit wollen wir vor allem größeren Kunden komplette Profi-Teams anbieten, die sich um den gesamten Entwicklungszyklus kümmern. Die Besonderheit dabei ist, dass wir neben der iPhone-Software auch die Hardware-Entwicklung für iPhone und iPod anbieten, also beispielsweise dafür sorgen, dass Barcode-Scanner und ähnliche Geräte mit den mobilen Gadgets von Apple kommunizieren. Daraus ergeben sich übrigens sehr oft Projektanfragen, die wir auch an unser OSXpert-Netzwerk weiterleiten. Und so schließt sich dann der Kreis!

mac-developer: Ilias, wie bewertest du die iPhone-Trends für angehende iPhone-Entwickler?

Vassilou: Die sehe ich aktuell etwas kritisch. Der iPhone-App-Hype ist nämlich schon seit Ende 2008 im Großen und Ganzen vorbei. In diesem Jahr hat sich der Markt fast zwangsläufig konsolidiert und es ist in der Branche eine gewisse Ernüchterung eingekehrt. Das ist aber auch bei über 100.000 iPhone-Anwendungen im App Store keine große Überraschung. Daher reicht es schon lange nicht nicht mehr aus, dort nur eine coole App zu platzieren und dann darauf zu warten, mit dieser Software reich zu werden. Wer hier kein vernünftiges Businessmodell vorzuweisen hat, das sämtliche Kosten für Team, Software-Entwicklung und Design berücksichtigt, aber auch kein klares Konzept hinsichtlich Vermarktung und längerfristige Weiterentwicklung hat, der bleibt einfach auf der Strecke. Ich habe schon in viele enttäuschte Gesichter geblickt, nachdem die ersten App-Store-Statistiken verfügbar waren und die hohen Erwartungen an Downloadzahlen und Umsätze nicht erfüllt wurden. So beachten gerade neue iPhone-Entwickler vor allem eins nicht: Der iPhone-Markt ist international aufgestellt – die besten Chancen haben also die Apps, die mit Mehrwert oder Entertainment für den internationalen Markt aufwarten können. Das ist auch ganz logisch: Weltweit haben wir über 50 Millionen potenzielle Kunden, im deutschsprachigen Raum sind es aber nur etwa ein Fünfzigstel davon! Welche Relevanz hat ein Marktanteil von zwei Prozent, die meine App theoretisch erreichen kann? Hier müssen einige Entwickler und Publisher nachdenken. Aber auch Apple muss seinen Teil dazu beitragen, den App Store für eine solche Fülle an Programmen überschaubarer und transparenter zu machen. Und ein weiterer Rat an künftige iPhone-Entwickler kann nur lauten: Sorgt für hochwertige und professionelle Apps, kalkuliert vernünftig und sucht euch eventuell einen Investor. Hierfür wollen wir mit investFone Publishing Sorge tragen, aber auch Initiativen wie der neu gegründete iPhone-Verband viEdA (siehe Interview mit Hanno Welsch ).

mac-developer: Wie ist denn der allgemeine Mobil-Markt zu bewerten?

Vassilou: Es lässt sich ein ganz klarer Trend erkennen: Die anderen Mobil-Plattformen holen gerade deutlich auf, wenngleich ich nach wie vor einen großen Vorsprung des App Store sehe. Viele namhafte Auftraggeber streben im Mobilbereich mehr und mehr eine Multiplattform-Entwicklung an, natürlich aus Gründen wie Reichweite, Effizienz und Kostenminimierung. In dieser Hinsicht ist beispielsweise die Ankündigung Adobes sehr interessant, mit Flash 5 Software-Entwicklung für mehrere Mobil-Plattformen gleichzeitig betreiben zu können – übrigens auch für das iPhone. So kommt also Flash doch noch auf das Apple-Smartphone, eben nur auf dem umgekehrten Weg. Ich gehe davon aus, dass wir nächstes Jahr (2010) statt einer Vielzahl von iPhone-Entwicklern viel mehr Flash-5-Entwickler suchen werden, die mobile Software-Anwendungen für mehrere Mobil-Systeme gleichzeitig produzieren können. Sicherlich wird es weiterhin eine rege Nachfrage nach nativen iPhone-Apps geben – beispielsweise wenn es auf eine sehr gute App-Performance ankommt oder auf spezielle Hardware-Anbindungen –, aber die zigtausendfachen Einfach-Apps, die nur Web-Daten visualisieren oder Medien abspielen, werden in Zukunft auf Basis von Flash 5 entstehen. Dazu werden auch viele der simpel gestrickten Spiele gehören.

mac-developer: Und wie lautet dein Tipp an alle aufstrebenden iPhone-Entwickler dieser Welt?

Vassilou: Mein Rat lautet: Achtet auf Qualität, nicht auf die schnelle Kohle. Vernetzt euch mit Plattformen wie OSXpert.net und seid vor allem eins: kreativ. Dann klappt es (vielleicht) auch mit Ruhm, Geld und Ehre in Sachen iPhone-App! (mjh/jp)

Über den Interviewpartner
Ilias Vassilou ist überzeugter Europäer und Vater einer Tochter. Vassilou studierte Informatik und hat unter anderem als Redakteur, IT-Freelancer und Informationsarchitekt gearbeitet. Seit 1995 gehört Ilias der Internetbranche an und hat 2005 damit begonnen, OSXpert aufzubauen. Seit 2009 führt er gemeinsam mit Alf Ruppert die OSXpert Limited, um einem internationaler werdenden Mac-Markt gerecht zu werden.

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