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mac-developer:  Herr Lindemann, wie läuft der Erstkontakt mit Ihren Kunden ab? Werden Sie bereits mit fertigen Konzepten konfrontiert?

Bernd Lindemann:  Die Kunden, die zu uns kommen, sind mit ihren Vorüberlegungen unterschiedlich weit – das reicht von fertigen Konzeptpapieren inklusive Storyboards bis zu dem vagen, aber dringenden Wunsch nach einer App. Unser Einstieg ist deswegen immer der gleiche: Wir stellen Fragen, und zwar sehr viele. Nur so können wir ein Gefühl für das Projekt bekommen, für die Motivation des Kunden und darüber, wer beim Kunden die Stakeholder sind, was für einen Dienstleister natürlich auch ganz wichtig ist.
Letztlich geht es darum, dass wir nur dann wirklich individuell beraten können, wenn wir so viel wie möglich wissen über die Infrastruktur, die Erwartungen und die Bedürfnisse beim Kunden.

mac-developer:  Gibt es so etwas wie eine Hauptmotivation, wieso Kunden eine App möchten?

Lindemann: Nein, pauschal gibt es die nicht. Es gibt allerdings derzeit sehr häufig den eben angesprochenen vagen Wunsch, auch im App Store vertreten zu sein. Sei es, weil das Thema Apps in aller Munde ist oder einfach nur, weil der Konkurrent auch eine App hat. Wir verstehen es als unsere Aufgabe, die Kunden hier ein bisschen zu fordern. Drinnen sein, um drinnen zu sein reicht ja nicht aus und führt nur zu Enttäuschungen. Und enttäuschte Kunden kommen dann auch nicht wieder.

mac-developer: Wie sieht dieses Fordern aus?

Lindemann: Na ja, am wichtigsten ist, so trivial das klingt, die Frage nach der Zielgruppe. Die sollte immer ganz am Anfang kommen, weil sich von ihr alles Weitere ableitet. Wenn die Schnittmenge zwischen meiner Zielgruppe und der der iPhone-oder iPad-Besitzer zu klein ist, brauche ich keine iOS-App. Das heißt nicht, dass das Gespräch dann vorbei ist. Es sollte ja nicht um die Frage iPhone-App ja oder nein gehen, sondern um die mobile Strategie des Kunden. Die Magnetwirkung von iPhone, iPad und iPod touch führt im Moment noch häufig zu einer gewissen Blindheit den anderen Möglichkeiten im mobilen Markt gegenüber, etwa weiteren Plattformen wie Android oder Blackberry oder dem mobilen Browserauftritt, der dank HTML5 ein immer spannenderes Thema wird.
Es gilt außerdem zu klären, was der Kunde konkret mit einer Applikation erreichen möchte, und ihn zu beraten, wie er da am besten hinkommt. Was ist zum Beispiel das Geschäftsmodell, das er verfolgen möchte? Will er mit der App direkt Geld verdienen, muss sie deswegen nicht automatisch kostenpflichtig sein, zumindest nicht komplett. Vielleicht bietet sich durch die Natur der Inhalte oder Features eher ein Freemium-Modell an, vielleicht auch ein werbefinanziertes Modell. Dient die Applikation primär der Markenführung, Kundenbindung oder als Mobile-Commerce-Tool, so sollte sie natürlich kostenlos sein.
Was auch entscheidend ist, bevor die Entwicklung losgehen kann, ist die technische Infrastruktur des Kunden. Oder anders gesagt: Wie kommen denn überhaupt die Inhalte in die App? Welche Schnittstellen gibt es? Gibt es überhaupt ein verwendbares Backend? Allein dieses Thema kann im Projektverlauf zu einem fiesen Zeit- und Kostenfresser werden, bei dem wir den Kunden frühzeitig unterstützen können, auf den wir ihn aber vorbereiten und gegebenenfalls eben auch fordern müssen. [ef/jp]

Über den Interviewpartner
Bernd Lindemann ist Geschäftsführer der digitalmobil  GmbH & Co. KG, einer Full-Service-Agentur für mobile Applikationen. Er verfügt über langjährige Erfahrung in der Mobil-Branche, die ihn wegen ihrer Geschwindigkeit immer wieder fasziniert und begeistert. Schwerpunktthemen der digitalmobil sind mobiles Publizieren, mobiles Lernen und Mobile Commerce.

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