| 

.NET C# Java Javascript Exception

0

mac-developer: Herr Hampl, womit beschäftigt sich Ihre Firma Digimedia?

Tilman Hampl :Meine Firma berät kleine und mittelgroße Unternehmen bei den verschiedensten Software- und Web-Aktivitäten. In den frühen Neunzigern haben wir den Firmen mit der Erstellung von CD-ROMs und DVDs geholfen, und heute sind es CMS-basierte Websites sowie iPhone-Applikationen, die uns am meisten beschäftigen. Dabei habe ich häufig mit Menschen aus der Verlagsbranche zu tun, die das iPhone so ein bisschen als möglichen „Rettungsanker“ sehen. Davor würde ich zwar generell warnen, finde es aber schon sehr spannend, dass es mit dem App Store wenigstens ein Vertriebskonzept für digitale Inhalte gibt. Gleichermaßen beschäftigen wir uns mit der E-Book-Erstellung für Kindle und Co. Auch das ist für die Verlagswelt ein spannendes Feld.

mac-developer: Was sind die zentralen Fragen, die die Entwicklerbranche gerade umtreiben?

Hampl: Das kann ich natürlich nur aus der Perspektive eines Entwicklers sagen, der sich um funktionale Apps und Informationsdienste kümmert. Von der Spielebranche – und sie ist ja umsatzmäßig der größte Teil des App Stores – habe ich keine Ahnung. In Sachen App Store sind sicherlich die Diskussionen zu Push-Diensten, Augmented Reality und In-App-Purchase mit am interessantesten.
Da Apple angekündigt hat, dass wir in Zukunft auch kostenpflichtige Updates innerhalb kostenloser Apps anbieten können, ist Letzteres ein heißes Thema. Auf der anderen Seite sind alle Arten von Search Engine Optimization ein wichtiger Punkt bei der Entwicklung eigener iPhone-Apps. Bei mittlerweile mehr als 100.000 Anwendungen im App Store ist es nicht mehr so leicht, dort gefunden zu werden. Also geht es um den „perfekten“ Namen, den richtigen Preis, die Performance und die Bewertung anderer Apps im gleichen Bereich und um viele weitere Kleinigkeiten. Aber auch die Ankündigung seitens Adobe, künftig auf Flash-Basis für das iPhone programmieren zu können, wird bei den Software-Entwicklern vielfältig diskutiert. Einerseits freut man sich über die damit verbundene Vereinfachung und „Demokratisierung“ der gesamten Szene, andererseits sieht man die Gefahr, den ein oder anderen Job eben nicht mehr zu bekommen.

mac-developer: Wo sehen Sie die aktuellen Probleme vieler iPhone-Entwickler?

Hampl: Die Zeit von der Konzeption bis zum Einstellen in den App Store, die ein halbwegs konkurrenzfähiges Projekt in Anspruch nimmt, wird vom Markt fast nie bezahlt. Viele Unternehmen, die neben iPhones auch andere Mobile-Plattformen bedienen, machen dies nur, um die Kunden nicht grundsätzlich zu verlieren. Für Entwickler, die nur aufs iPhone setzen, ist das wirklich ein ernsthaftes Problem, das meiner Meinung nach mit Euphorie über die Machbarkeit einerseits und der Unterschätzung der Komplexität andererseits zu tun hat. Ein Beispiel: Eine App, die in der Entwicklung weniger als 15.000 Euro kosten soll, muss entweder sehr einfach oder sehr gut geplant und fix und fertig gestaltet sein. Erfreulicherweise gibt es erste Content-Management-Systeme (CMS) für iPhone-Apps, die es Verlagen, Autoren und Entwicklern erlauben, für relativ wenig Geld eigene Apps in den Store stellen zu können, ganz ohne dabei programmieren zu müssen. Ich habe immer mehr Kunden, die unsere Hilfe und Beratung nutzen und so ihre eigenen Magazine und E-Books mit solch einem CMS in den Store bringen.

mac-developer: Jetzt noch mal ganz ehrlich: Kann man mit iPhone-Apps reich werden?

Hampl: Ich weiß es, ja, man kann. Allerdings gehört dazu mehr als nur eine „coole“ App. Die richtige Vermarktung und ein klares Konzept sind dafür mindestens genauso wichtig wie eine marktträchtige und innovative Idee. [mjh/jp]

Über den Interviewpartner
Tilman Hampl (47) lebt und arbeitet mit seiner Firma Digimedia in Würzburg und Hamburg. Nach seinem Volontariat beim damals noch jungen privaten Rundfunk arbeitete Hampl einige Jahre für verschiedene lokale Rundfunksender. Nach einem Marketingstudium wagte Hampl den Schritt in die Selbstständigkeit.
Seit Mitte der Neunzigerjahre realisiert er umfassende Projekte unter anderem für Stone Island, Apple Computer, Volkswagen, Daimler Benz,Opel,Commerzbank,Gruner & Jahr, Burda Media, den Maro Verlag und weitere namhafte Kunden. Mit seiner Firma hilft Hampl seinen Kunden, eigene Projekte auf das iPhone und ins Internet zu bringen.

mac
Schreibe einen Kommentar:
Themen:
mac
Entweder einloggen... ...oder ohne Wartezeit registrieren
Benutzername
Passwort
Passwort wiederholen
E-Mail