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mac-developer: Worin unterscheidet sich die Spiele-Entwicklung für mobile Endgeräte von der klassischen Games-Programmierung?

Michael Schade: Auch wenn das iPhone 3GS in puncto Rechenleistung im Grunde mit Spiele-PCs mithalten kann, gibt es doch einige Besonderheiten, die man bei der Entwicklung von Spielen für mobile Geräte beachten muss. Zunächst sollte man sich Gedanken machen, wie das Nutzungsverhalten von Handyspielern aussieht. Da gibt es zum einem das „mobile“ Spielen unterwegs. Hier kommt es besonders auf einen schnelle Spielestart an und darauf, dass man sofort im Spiel drin ist. Daher scheiden lange Ladezeiten, auch zwischen Leveln, und komplexe Gameplays aus. Darüber hinaus muss das Spiel jederzeit abgebrochen und der Spielfortschritt automatisch gespeichert werden können. Andererseits sollte ein erfolgreiches Spiel eine gewisse „Stickyness“ besitzen, damit man auch nach Unterbrechungen immer wieder zum Spiel zurückkehrt. Die meisten Spiele werden nämlich nach nur wenigen Tagen vom iPhone wieder gelöscht, weil das Angebot übergroß ist. Gerade wenn man auf ein Geschäftsmodell mit käuflichen Zusatzpaketen (In-App-Purchase) setzt, ist eine hohe Verweildauer des Spielers enorm wichtig für den kommerziellen Erfolg. Im Gegensatz zu den „mobilen“ Games gibt es die „Sofa-Spiele“, bei denen es viel mehr um Action, Komplexität und RPG-Elemente geht. Wichtig bei diesen Spielen ist eine nicht zu steile Lernkurve, damit der Spieler schrittweise an neue Schwierigkeitsstufen oder neue Funktionen herangeführt werden kann.

mac-developer: Worin bestehen die wesentlichen Unterschiede zwischen iPhone- und iPod-touch-Spielen?

Schade: Kamera, Mikrofon und Kompass des iPhones (3GS) können natürlich innerhalb von Spielen als Eingabeschnittstellen eingesetzt werden. Entwickler sollten aber auf keinen Fall die iPod-touch-Besitzer außer Acht lassen, die maßgeblich zum kommerziellen Erfolg von Spieletiteln beitragen können. Neben den zusätzlichen Funktionen des iPhones gibt es wesentliche Leistungsunterschiede zwischen den iPod touch der ersten, zweiten und dritten Generation sowie dem iPhone, iPhone 3G und iPhone 3GS. Gerade bei detailreichen 3D-Spielen empfiehlt es sich, 3D-Modelle, Texturen, visuelle Effekte und die Sichtweite je nach Gerät zu optimieren, wenn das Spiel das jeweils optimale Spielerlebnis bieten soll. Beim iPhone 3GS und iPod touch der 3. Generation stehen dem Spieleentwickler mit OpenGL ES 2.0 beispielsweise Pixel- und Vertex Shader für besonders eindrucksvolle visuelle Effekte zur Verfügung.

mac-developer : Wohin geht die Spiele-Entwicklung für mobile Games?

Schade: Es kommen etwa alle zwölf Monate neue Mobiltelefone auf den Markt, die immer leistungsfähiger sind. Schon jetzt ist das iPhone 3GS performanter als die Sony PSP, und spätestens mit der übernächsten Generation haben Smartphones Spielekonsolen eingeholt. Während also Casual Games wie „Tetris“ und „Zuma“bereits auf Milliarden von Handys gezockt werden, lassen sich immer hochwertigere, konsolenartige Spiele für Smartphones realisieren. Diese werden künftig nicht nur über den iTunes App Store, sondern auch über Google Marketplace oder OVI von Nokia vertrieben. Besonders in Wachstumsmärkten wie Brasilien, Indien, China und Russland werden Smartphones zur beliebten Spielekonsole. Das ist ein riesiger Markt von mehreren hundert Millionen Spielern, der sich über gerade mal eine Handvoll Partner wie Apple, Google, Nokia, Sony Ericsson und Microsoft erschließen lässt. Der Goldrausch im App Store mag mit 140.000 verfügbaren Applikationen vorbei sein, aber wenn man mit einer flexiblen Technologie verschiedene Smartphones unterstützen kann, steht jedem talentierten Spiele-Entwickler ein globaler Markt offen, der weitaus größer ist als die derzeit rund 80 Millionen iPhones und iPod touch. [mjh/jp]

Über den Interviewpartner
Michael Schade ist Geschäftsführer und Mitbegründer des Hamburger Entwicklerstudios Fishlabs, das 2004 gegründet wurde und sich auf die Entwicklung und Realisierung von 3D-Handyspielen spezialisiert hat. Fishlabs kommt mittlerweile auf mehr als 15 hochwertige Spieleproduktionen und beschäftigt rund 30 Mitarbeiter. Zu den bekanntesten Titeln zählen „Galaxy on Fire“, „Deep“ und „Blades &Magic“. Aber auch Auftragsproduktionen wie „V-Rally 3D“ und „Tom Hawk’s Downhill“ gehören zum Portfolio der Hamburger Firma. Ein Teil des Erfolgs von Fishlabs hat auch mit der selbst entwickelten Game-Engine Abyss zu tun, die Java- und Brew-basierte Mobiltelefone und Smartphones beschleunigt.

mac
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