Mit ihrem Buch „JavaServer Faces 2.0“ wollen Martin Marinschek, Michael Kurz und Gerald Müllan einen Einblick in JSF geben und dabei helfen, eine „perfekte Webapplikation“ zu erstellen. Auf 340 Seiten führen die Autoren den Leser Schritt für Schritt in die Geheimnisse von JSF ein.
Im ersten Teil des Buches schaffen die Autoren ein grundlegendes Verständnis für JSF und dessen Funktionsweise. Wichtige Begriffe, wie z. B. der JSF-Lebenszyklus oder die zur Verfügung gestellten Komponenten werden ausführlich erläutert. Auch Themen wie die Validierung und Konvertierung von Daten kommen hier zur Sprache.
Die Neuerungen von JSF 2.0 bilden den Kern des zweiten Buchabschnittes. An dieser Stelle ist eine Grunderfahrung mit JSF für das Verständnis sinnvoll. Die Autoren beschreiben zunächst den View-Handler Facelets. Weiterhin wird der Leser über die verbesserten Möglichkeiten zum Erweitern und Erstellen von JSF-Komponenten informiert. Der Abschnitt schließt mit einer umfassenden Beschreibung der in JSF 2.0 neu hinzugekommenen AJAX-Unterstützung.
Zum Abschluss ihres Buches befassen sich die Autoren mit dem weiteren Umfeld von JSF, machen dabei aber deutlich Werbung in eigener Sache. Sie stellen neben Spring und JPA vor allem die Apache-eigenen Bibliotheken Orchestra und Tobago vor und zeigen anhand dieser, wie sich JSF 2.0 in diesen Technologiestack integriert.
Das Buch richtet sich an Einsteiger und erfahrene JSF-Entwickler. Ersteren werden die Grundlagen von JSF ausführlich und in verständlichen Worten erklärt. Vor allem die Erläuterungen zum JSF-Lebenszyklus übertreffen darin deutlich die des Standards. Erfahrene Entwickler profitieren vor allem von den Ausführungen zu den Neuerungen in der Version 2.0.
Im Verlauf des Buches wird ein Anwendungsbeispiel vorgestellt, welches kontinuierlich fortgeschrieben wird. Ergänzend werden viele Erläuterungen im Text durch kurze, anschauliche Code-Beispiele untermauert. Einen Wermutstropfen stellen dabei aber einige Referenzen auf Klassen dar, die nicht Teil des JSF-Standards sind und deren Quelle auch nicht preisgegeben wird. Nichts desto trotz tragen die Beispiele zum besseren Verständnis des Geschriebenen bei.
Die Qualität der Ausführungen bewegt sich auf konstant hohem Niveau. Die Autoren halten keine wichtigen Informationen zurück und schweifen nicht unnötig aus. Lediglich auf die Kapitel über die Apache-eigenen Bibliotheken hätte verzichtet werden können.
Insgesamt hinterlässt das Buch einen sehr positiven Eindruck und ist somit sowohl als Einstiegs- als auch als Nachschlagewerk zu empfehlen. (Ronald Kunzmann, buschmais GbR
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