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Die datacon ist als eine der wenigen Datenbankkonferenzen in Deutschland mit besonders Industrie-relevanten Themen aufgestellt. Datenintegration, Business Intelligence, O/R-Mapping und Cloud Databases sind die vier Hauptthemen der neuen Konferenz, die am 24. und 25. November 2009 in München ihre Premiere feiert. Wir sprachen mit Prof. Dr. Stefan Edlich von der Berliner Beuth Hochschule für Technik, der in München den Programmteil Cloud Databases leiten und moderieren wird.

databasepro: Herr Edlich, wie ist das Thema Cloud Databases in das Vortragsprogramm eingebunden?

Edlich: In Deutschland gibt es meines Wissens keine Konferenz, die das Spektrum aller wirtschaftsrelevanten Themen in Bezug auf die IT insgesamt so gut abbildet. So ist der erste Tag mit den beiden Tracks Datenintegration und Business Intelligence interessant für alle Firmen, die ihre Daten besser integrieren möchten oder mehr aus ihren Daten herausholen möchten. Der zweite Tag spricht etwas mehr Entwickler, Projektleiter und Architekten an und enthält den Cloud- und O/R-Mapping-Track. Aber natürlich ist der Cloud-Track auch für die IT-Leitung von Firmen selbst interessant, da hier noch enorme Potenziale schlummern.

databasepro: Kommen wir zum Cloud-Track. Was wird dort mit welchen Themen und Sprechern geboten, und was macht ihn besonders interessant?

Edlich: Wir sind stolz darauf, in diesem Track die interessantesten Kräfte der Cloud-Welt vorstellen zu können. Dies sind Google, Microsoft, IBM, Amazon und SUN. Laut Studien der 451 Group zählen noch Salesforce.com und VMWare dazu, wobei letzteres Produkt auch in unserem Track angesprochen wird. Von IBM, SUN und Microsoft konnten wir direkt Experten gewinnen. Zu den Themen Google und Amazon sprechen Anwender aus der Praxis: So wird der Amazon-Vortrag von Sprechern der Firma Peritor GmbH gehalten, die als erste Firma von Amazon als Amazon System Integrator ausgewählt wurde und damit Teil des AWS Solution Providers Program ist. Dies bürgt für jede Menge Praxiserfahrung, wie eigene Dienste auf der Amazon Cloud aufgesetzt werden sollten.

Zum zweiten Teil der Frage: Im Bereich Cloud Computing werden in den nächsten fünf Jahren spannende Dinge passieren. Beispielsweise hat bei Amazon die Bandbreite für Cloud-Services schon Ende 2007 die Shopping-Bandbreite überholt. Dies zeigt, wie gut derartige Angebote in der Industrie angenommen werden. Und auch viele weitere Schritte wie die Öffnung der Google Apps Services für Java werte ich als Meilenstein für den einfachen Einstieg in das Cloud Computing.

databasepro: Kommen wir zum Cloud Computing selbst. Was sind die herausragenden Merkmale im Gegensatz zum Grid Computing?

Edlich: Obwohl die Grenzen zwischen Cloud Computing und Grid Computing teilweise verschwimmen, gibt es doch gravierende Unterschiede: Am bekanntesten sind Grid-Projekte in erster Linie durch Kraftanstrengungen geworden, wie z.B. das SETI@home-Projekt, wo auf vielen Rechnern nach Außerirdischen gesucht wird, oder der kompletten Lösung des Dame-Spiels. An Cloud-Umgebungen ist aber tatsächlich die Architektur der interessante Punkt. Neben viel Hardware auf unterster Ebene liegt darüber eine wichtige Virtualisierungsschicht. Weiterhin gibt es Management-Services, IT-Infrastruktur (IaaS) und ganz oben Platform Services (PaaS) und Software-as-a-Service (SaaS). Erst diese Kombination an Diensten und Schichten macht den wichtigsten Teil des Cloud-Provider-Angebotes aus, mit dem der Anbieter sich von „normalen" Server- oder Grid-Providern abhebt. Auch dies wird in den Vorträgen des Tracks gut erläutert.

databasepro: Was ist das Wichtige an dieser Architektur, und wo liegt der Mehrwert für in die Cloud ausgelagerte IT?

Edlich: Da gibt es viele Punkte, aus denen ich hier mal nur zwei herausgreife.

1. Die obigen SaaS-Services werden der Cloud viel Mehrwert hinzufügen. Wenn eine Company in der Cloud einen ganzen Berg an Zusatzdiensten günstig kaufen kann, dann ist dies ein erheblicher Mehrwert. Es gibt bereits Cloud-Anbieter, die nicht nur einfach Infrastruktur wie Mail-Services zusätzlich anbieten, sondern richtige Community-Features mietbar machen, was meistens enorm Zeit und Geld spart. Dabei werden Drittfirmen eine große Rolle spielen. So wie jetzt Drittfirmen den iPhone- oder Android-Store für downloadbare Anwendungen füllen, wird es viele Shops und Berge von Anwendungen für standardisierte Cloud-Services als SaaS geben.

2. Der zweite Punkt betrifft die ungeheuer mächtige Technik der Virtualisierung: Dem Cloud-Nutzer bei Bedarf beliebige Software, Betriebssysteme und sonstige Bundles emuliert zur Verfügung stellen zu können ist ein enormer Mehrwert. Sogar Intel und AMD haben nativen Support für Virtualisierung in ihre Hardware eingebaut. Das bedeutet nur minimalen Performanceverlust bei beliebiger Flexibilität. Die geht dann so weit, dass man Hardware im laufenden Betrieb austauschen kann. Die Zeit, solche Systeme dann aufzusetzen und zu löschen, geht gegen null. Ich denke, dass nicht nur VMWare hier mit der „Cloud-Welle" zu einem noch größeren Player heranreifen wird.

Die Vorteile einer Cloud-Umgebung sind gravierend: Man nutzt nur das, was man wirklich benötigt. Dies bedeutet, man kann innerhalb von Stunden, Minuten oder Sekunden skalieren. Und dabei genau das bezahlen, was man benötigt. Dies ist für Firmen, die schnell am Markt sein müssen, ein wichtiger Wettbewerbsvorteil. Ich kenne viele Start-ups, die einige Monate später so viele Webanfragen verzeichneten, dass dies nur mit einer Cloud-Umgebung schnell und kostengünstig skaliert werden konnte. Dann ist die Cloud ein echter „competitive edge". Es geht hierbei auch einfach um Flexibilität bzw. Agilität im Business und um eine Kostenersparnis von bis zu 30 Prozent, die sich auch aus dem Bedarf ergibt, einfach Spitzenlast abzufangen.

databasepro: Vielen Dank für das Gespräch.

Weitere Informationen und das komplette Programm der datacon ’09 finden Sie unter www.data-conference.de

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