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Wir können nicht alle unsere Ideen umsetzen. Wir müssen selektieren. Bei den Otto InnoDays wurden Ideen bzw. Projekte dazu mehrfach gefiltert. Zuerst wurden die Ideen durch Abstimmung mit den Füßen gefiltert. Bei der Abschluss-Präsentation wurden die Sieger herausgefiltert. Diese gingen in einen Roadmap-Planungsprozess, in dem erneut gefiltert wurde. Filter 1: Abstimmung mit den Füßen Zuerst wurden […]

Wir können nicht alle unsere Ideen umsetzen. Wir müssen selektieren. Bei den Otto InnoDays wurden Ideen bzw. Projekte dazu mehrfach gefiltert.

Zuerst wurden die Ideen durch Abstimmung mit den Füßen gefiltert. Bei der Abschluss-Präsentation wurden die Sieger herausgefiltert. Diese gingen in einen Roadmap-Planungsprozess, in dem erneut gefiltert wurde.

Filter 1: Abstimmung mit den Füßen

Zuerst wurden Ideen gesammelt und veröffentlicht. Über diese Ideen wurde dann mit den Füßen abgestimmt: die Ideen, die zu wenig Mitstreiter fanden, wurden nicht durchgeführt (blaue Seite in dem Bild). Am Ende wurden in Summe 18 Projekte ausgewählt und durchgeführt.

Filter 2: Sieger kühren

Die Ergebnisse der ausgewählten 18 Projekte wurden im Plenum vorgestellt und vom Publikum sowie einer Jury in verschiedenen Kategorien bewertet. So blieben in Summe 7 Projekte übrig.

Filter 3: Strategie-Match prüfen

In einer außerplanmäßigen Roadmap-Planungsrunde wurden die verbliebenen 7 Projekte hinsichtlich ihrer “Passung” zur Otto-Strategie geprüft. Es gab die Zusage, dass ein Projekt umgesetzt wird, falls eins zur Otto-Strategie passt. Letztlich wurden 5 der 7 Projekte zur Umsetzung ausgewählt.

Mehrstufiges Filtern

Der beschriebene Ansatz mit mehrfachem Filtern entspricht dem Stand der Kunst für solche Veranstaltungen, mit einer Besonderheit: bei den meisten Hackathons steht am Ende eine Betonmauer, durch die kein einziges Projekt durchkommt.

Vernetzen statt filtern

Allerdings ist der Ansatz des mehrstufigen Filterns aus meiner Sicht noch nicht optimal. Radikale Ideen sind in ihrer ersten Fassung fast immer Mist.

Dazu kommt mir gerade der Tweet von @_Mea_Culpa zu Pass:

Es gibt wahrscheinlich nichts auf der Welt, dass sich so gekonnt als Schwierigkeit tarnt, wie eine Chance.

Um das Potenzial in ersten Ideen herauszuschälen und zu entwickeln,  müssen die Ideen durch verschiedene Köpfe wandern, dort verändert und mit anderen Ideen kombiniert werden. Dann können wirklich großartige Dinge entstehen. Das Ganze hat übrigens Keith Sawyer sehr ausführlich mit vielen Praxisbeispielen in seinem Buch “Group Genius: The Creative Power of Collaboration” beschrieben.

Der große Filter-Ansatz verhindert diesen Prozess und tendiert daher dazu, mittelmäßige Ideen Realität werden zu lassen. Das ist schon mal nicht so schlecht, weil immerhin die schlechten Ideen ausgesiebt werden. Es geht aber viel besser: Diverge & Merge ist leistungsfähiger als Diverge & Filter.

Fazit

Natürlich muss man sich irgendwann mal entscheiden, in was man investiert und was man im Moment bleiben lässt. Bei den Otto InnoDays wurden Ideen schrittweise ausgefiltert, so dass am Ende nur eine übrig blieb. Damit wird das Ziel der Reduktion von Optionen effektiv erreicht.

Der Ansatz zollt aber der besonderen Charakteristik von Innovation nicht den notwendigen Respekt. Fast jede radikale Idee ist in ihrer Rohform unbrauchbar. Ideen müssen durch verschiedene Köpfe gehen und mehrfach verändert und von anderen Ideen inspiriert werden. Neben dem Filtern sollte also auch das Vernetzen von Ideen im Prozess verankert werden.

Mehr zu den Otto InnoDays 2016

Die weiteren Blogposts in dieser Blogpost-Serie finden sich hier.


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