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Vor Jahren lernte ich von meinem Kollegen Ilja (Preuss) den Slogan “Following is a leadership skill” kennen (er hat das von Derek Sivers). Ich fand den Spruch gleich sympathisch. Aber leider hat es nicht so funktioniert, wie ich mir das vorgestellt habe. Ich hatte die Hoffnung, dass nun Andere diesen Leadership-Skill in sich entwickeln und […]

Vor Jahren lernte ich von meinem Kollegen Ilja (Preuß) den Slogan “Following is a leadership skill” kennen (er hat das von Derek Sivers). Ich fand den Spruch gleich sympathisch. Aber leider hat es nicht so funktioniert, wie ich mir das vorgestellt habe. Ich hatte die Hoffnung, dass nun andere diesen Leadership-Skill in sich entwickeln und mir besser folgen würden.

Mit den Jahren ist mir dann immer klarer geworden, was der Ausspruch wirklich bedeutet und wie hart das sein kann. Denn damit Following wirklich ein Leadership-Skill ist, reicht ein resigniertes Folgen nicht aus. Man muss es aus voller Überzeugung tun. Nur dann kann man andere animieren, das auch zu tun.

Und der harte Teil beginnt dort, wo man selbst andere Vorstellungen hat als jemand anderes, der gerade Führung übernimmt – und wenn wir ehrlich sind, haben wir das oft. Sich dann dieser Richtung anzuschließen und sie mit ganzem Herzen zu vertreten, ist nicht immer einfach.

Betrachten wir als Beispiel die Lockerung der Corona-Maßnahmen in Deutschland (ich weiß, dass Diskussionen zu diesem Thema ein heißes Eisen sind, aber Dinge mutig anzusprechen ist halt auch ein Leadership-Skill

Viele finden, dass Beschränkungen zu früh und zu radikal gelockert werden. Mir ist selbst auch schon mulmig geworden bei einigen Lockerungen. Und ich habe auch keine durchdachte Strategie zu den Lockerungen gehört. Viel davon scheint das Ergebnis von politischem Hickhack zu sein.

Eine interessante Frage ist also, wie man dieser Lockerungsrichtung aus vollem Herzen folgen kann. Dazu hilft mir, mir vorzustellen, dass die Politik eine sehr schlaue, sehr durchdachte Strategie verfolgt, die in der Kommunikation bei mir nicht richtig angekommen ist. Mit dieser Frage habe ich für mich folgende Strategie (re)konstruiert: “Wir haben eine relativ entspannte Situation bzgl. Ansteckungszahlen und der Sommer spielt uns vermutlich auch in die Karten (mind. dadurch, dass nicht gleichzeitig noch eine Grippewelle über uns drüber rollt). Diese entspannte Situation nutzen wir, um mit möglichst vielen Lockerungen zu experimentieren. So finden wir bis zum Herbst heraus, welche Maßnahmen wirklich notwendig sind, um die Ausbreitung einzudämmen. Wenn dann im Herbst/Winter die Fallzahlen wieder ansteigen sollten, brauchen wir keinen zweiten Lockdown, sondern können sehr gezielt agieren und dadurch den gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Schaden minimieren.”

Mit dieser Sichtweise kann ich der Richtung aus vollem Herzen folgen und mit meinen eigenen Ängsten und Bedenken besser umgehen. Ich habe dann auch weniger Angst vor neuen Ausbrüchen. Tatsächlich sind die sogar zu erwarten. Wir haben mit dem “Lockdown” ein ganzes Bündel an Maßnahmen installiert, um die Kurve abzuflachen – mit Erfolg. Allerdings haben die Maßnahmen wahrscheinlich sehr unterschiedliche Wirksamkeit. Die Erfahrungen mit den Lockerungen der letzten Wochen deuten darauf hin, dass viele Maßnahmen geringen Effekt haben und weniger sehr großen. Anfänglich wussten wir aber nicht, welche Maßnahme in welche Kategorie gehört. Im Rahmen der laufenden Experimente werden vermutlich auch Maßnahmen zurückgefahren, die einen großen Effekt hatten – steigende Infektionszahlen wären die Folge. Wir würden dabei aber auch lernen, dass diese Maßnahme offensichtlich sehr wirksam war.

Skurrilerweise spielt es dafür keine Rolle, ob die Politiker wirklich die oben genannte Strategie verfolgen. Dadurch, dass ich mich so verhalte, wie ich sie wahrnehme, trage ich dazu bei, dass die umgesetzten Maßnahmen das bestmögliche Ergebnis generieren. So nutze ich die Lockerungen sehr bewusst so, dass ich im Falle einer Infektion einigermaßen sicher sagen kann, woher ich sie habe und wen ich selbst infiziert haben könnte.

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