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.NET C# Java Javascript Exception

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Hallo CK-Community,

nachdem es hier verhältnismäßig ruhig geworden ist, hoffe ich, dass genug Leute noch reinschauen um mir mal Ihre Sicht der Dinge mitzuteilen. Entscheiden muss ich die Sache natürlich noch selbst, aber ein Meinungsaustausch könnte hilfreich sein.

Ich möchte in diesem Fall anonym bleiben, ohne nähere Angaben, um meine Interessen und die der Arbeitgeber zu schützen.

Ich bin seit etlichen Jahren Programmierer. Zwar Quereinsteiger, aber das sollte mit über 40 nicht mehr zur Debatte stehen. Derzeit .NET, vorzugsweise C#. Wenn ich mich jetzt für zwei Sprachen entscheiden würde, wären das C# und natürlich Java. Beherrsche ich zwar nicht wirklich, aber lässt sich sicher problemlos lernen. Nur so als Background.

Meinen derzeitigen Arbeitgeber würde ich recht gerne wechseln, aus vielfältigen Gründen. Nun habe ich evtl. ein Jobangebot (beide Seiten legen sich noch die Karten) in einer für mich interessanten Firma. Allerdings würden sie mich derzeit "nur" als Software-Tester bzw. zum Aufbau einer selbigen (1-Mann-)-Abteilung einstellen. Das habe ich kurzfristig erfahren, da es eine Intiativbewerbugn war.

Auf der einen Seite ist es sicher interessant, beim Aufbau der Tests maßgeblich beteiligt zu sein. Vermutlich dürften überwiegend Tests der Oberfläche mit gemeint sein, ob da auch Unit-Tests möglich wären ist mir gerade nicht bekannt. Zumindest ist die vorherrschende Meinung, dass man schon jemanden mit Programmiererfahrung benötigt, um das durchzuführen.

Auf der anderen Seite wüsste ich jetzt schon, dass ich "aus der Schiene dann auch nicht mehr rauskomme", wie man so schön sagt. Und da ich gerne langfristig denke, stelle ich mir halt die Frage, ob sich das eher positiv oder eher negativ auswirken könnte, wenn ich dann da 10+ Jahre bleibe und dann nochmal den Job wechseln muss.

Ich kann mir da zwei Dinge vorstellen:
Möglichkeit 1: Die zusätzlichen Jahre als reiner Tester werden als sehr detailierte Zusatzerfahrung zu meiner Programmiererfahrung angesehen.

Möglichkeit 2: Man betrachtet dass so, das ich den Anschluss an die Programmierung verloren habe. Was ja auch sein könnte. Zumal ich ja derzeit nichtmal Java beherrsche, was nach wie vor die meistgesuchteste Sprache ist.

Wie schätzt Ihr die Angelegenheit ein? Übrigens würde mir in DER Firma ein reiner Entwicklerposten auch nichts "bringen" da dort mit einer Nischensprache entwickelt wird, die ich mir zwar problemlos aneignen könnte, aber bei der ich eben auch das Gefühl hätte, das nach x Jahren der Erfahrungszug abgefahren ist.

Normalerweise vertrete ich die Ansicht, dass man so viel verschiedene Dinge wie möglich lernen sollte, und sicher auch ein paar Kernpunkte vertiefen. Aber etwas neues zu lernen hat noch niemanden geschadet. Ich will mich aber auch nicht in 2 Jahren genötigt fühlen, erneut einen Arbeitgeber suchen zu müssen.

Bitte um Rückfragen bzw. Diskussion bzw. Eure Meinung dazu.


TL;DR

Software-Entwickler mit Erfahrung überlegt, auf Software-Tester umzusteigen.
Vor- oder Erfahrungsnachteil nach 10 Jahren in dem Bereich ohne nennenswerte Programmierung?


Vielen Dank,

"Der kleine Entwickler"
testen entwicklung stoftware-test test
News:
07.06.2013
5 Beiträge
2
Hallo lieber Entwickler,

die Sorge über den "Anschluß" halte ich für unbegründet. Wenn ich deine Überlegungen richtig deute bist du keiner, der Dienst nach Vorschrift macht und keine Interessen außerhalb seines Aufgabenbereichs verfolgt.

Viel entscheidender aus meiner Sicht: Du musst dir im Klaren sein, daß der Arbeitsablauf eines Testers sich ganz klar von einer Entwicklerposition unterscheidet. Und das musst dir gefallen, schließlich legst du es auf 10 Jahre an (halte ich in der Branche übrigens für einen unkalkulierbaren Zeitrahmen). Tests aufsetzen, Fehler reproduzieren, Crashs provozieren, viel Dokumentation und und und.

Ich persönlich liebe das kreative/erzeugende/gestalterische sehr an der Entwicklungsarbeit, so dass ich Positionen wie Testing oder mit zuviel administrativem Anteil bisher gemieden habe.

Viel Erfolg, ist sicher keine einfache Entscheidung.
07.06.2013
puls200 3,8k 7
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Danke Puls (doch noch einer der 'alten' die hier schreiben).

Mit Deiner Annahme, das ich keinen Dienst nach Vorschrift mache (bzw. nicht ausschließlich) liegst Du richtig :) Man sagt mir auch nach, ich hätte wirklich gute und kreative Einfälle. Einer der Gründe, warum ich mich damals gegen meinen erlernten Beruf und für die Programmierung entschieden haben. Man stellt etwas her, anstatt nur Akten abzuarbeiten.

Und beim Testen befürchte ich, dass das Kreative halt irgendwie auch auf der Strecke bleibt. Inwieweit mir das dann gefällt oder nicht vermag ich gerade leider auch nicht zu sagen. Aber hier bleiben möchte ich auch nur sehr ungerne. Und es bietet sich gerade auch nichts "gescheites" an, falls ich nciht das Bundesland wechseln möchte. Schwere Entscheidung halt. Veränderungen selbst können nach 14 Jahren aber mal nicht schaden.

Das mit den 10 Jahren soll nur aussagen, das ich nicht mal eben aus Jux und Tollerei einen Job wechsel. Ich hatte bisher nur langjährige Arbeitgeber, d.h. mit mehr als 6 Jahren. Und mit 50 wird's dann sicher auch nicht einfacher in der Branche, etwas zu finden. So ist es gemeint. Was in der Zukunft passiert, weiss man ja nie.

Ich hege ja die Hoffnung, dass man Tests halt besser produzieren kann, wenn man eben Programmiererfahrung hat, da man dann eher Bugs gezielt provozieren kann. Und vielleicht macht das in dem Zusammenhang dann auch Spass. Schwer zu sagen, bei Dingen die man vorher nicht gemacht hat, wie sie einem gefallen. Das kann mir hier natürlich auch keiner sagen, da es absolut subjektiv ist.

Das war ja auch nicht die Frage. Ich schweife ab :)
07.06.2013
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1. Tester haben nicht kreativ zu sein, sondern Tests zu schreiben
2. Tester sind eh nur Entwickler, die durch die Programmierprüfung gefallen sind

Wenn du die (Ein-Mann) Abteilung erst aufbauen sollst, dann könntest du mit sowas konfrontiert werden. Zumindest so lange, bis die Kollegen erkennen wie wertvoll die Arbeit eines Testers ist (falls sie es je erkennen).

Ich persönlich finde Tester sehr wichtig! Damit vermeidet man das Tunnelblick-Problem aber das muss man als Entwickler erst mal realisieren. Als Entwickler neigt man gerne dazu immer nur die erwarteten Eingaben in der erwarteten Reihenfolge zu machen. Wenn der Tester dann auch noch den Code versteht und sagen kann in welchen Code-Zeilen das Problem liegen müsste, erspart das richtig Arbeit (und Frust)

Als Tester muss man nicht zwingend programmieren können, es hilft aber ungemein. Schon aus dem Grund, weil der Tester den Code versteht und ggf. problematische Stellen im Code schon sieht bevor der Test geschrieben ist.

Ich finde, dass Kreativität auch beim Testen wichtig ist. Die Tester mit denen ich zusammen arbeite überraschen mich immer wieder mit sehr kreativen Ansätzen meine Programme zu Crashen (z.B. "es kracht, wenn der Browser als bevorzugtes locale RU angibt"). Und das ist auch gut so! Jeden Fehler den ein Tester findet schafft es nicht in das Release und kommt nicht beim Kunden an wo er irgendwann mal auffallen würde und mit einem Ticket der Form "Neukundenanlage ist kaputt, ich hab aber garnichts gemacht!!!! Mein Chef will übrigens wissen was ihr überhautpt könnt!!!111elf" Es ist aber Wichtig, dass Entwickler und Tester ein Team bilden und nicht gegeneinander arbeiten!

Klar die Entscheidung musst du alleine für dich treffen und einfach ist die sicher nicht.
Aber nur weil du nicht mehr als Entwickler sondern Tester bezeichnet wirst sollte nicht den Ausschlag geben. Vielleicht hast du eine Möglichkeit mal die Entwickler in der neuen Firma kennen zu lernen, bevor du da anfängst. So um die Stimmung und Einstellungen zu sondieren.

Einen eventuell interessanten Link hab ich auch noch: http://www.se-radio.net/2010/06/episode-164-agile-testing-with-lisa-crispin/ Falls du den noch nicht kennst...
07.06.2013
phg 1,6k 3
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Eins vorweg: Ich bin Softwaretester. Zwar noch als studentische Hilfskraft, aber Softwaretester. Und ich habe mich auch vor kurzem auch zertifizieren lassen zu einem Softwaretester (ISTQB Certified Tester Foundation Level). Und ich bin es gerne.

Ich würde nicht sagen, dass Softwaretesten unkreativ ist. Vor allem dann nicht, wenn man exploratives Testen durchführt oder Unittests schreibt. Da musst ich mir auch immer wieder überlegen: Was muss ich tun, um einen (potenziellen) Fehler zu erzeugen. Hat - wie ich finde - auch was von nem Hacker. Die versuchen ja auch Fehler in der Software zu entdecken. Und die Kreativität besteht darin, sich Randbedingungen zu schaffen, die so einen Fehler auftreten lassen.
12.06.2013
starki 603 1 8
0
@starki seit wann ist es die Aufgabe des Testers Unit-Tests zu schreiben? Die müssen schon vom Entwickler kommen...

Kann mich den Vorkommentaren nur anschließen, dass Softwaretest interessant sein kann, aber es hat sicher auch mal seine Schattenseiten (z.B. manuelle Regressionstests)
18.06.2013
kleffel 654 1 9

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